Noch keine Kommentare

Ein Schatz wartet auf dich!

Hast Du Dir auch schon mal überlegt, dass Jesus ausser zum Gebet nie alleine war? Hätte ich vor 2-3 Jahren tiefer darüber nachgedacht,
wäre meine Reaktion sicher gewesen: „Oh der Arme, wie hat er das nur geschafft, ständig die vielen Leute um sich und die meisten wollten noch was von ihm.“ Selbst nach einem turbulenten Tag waren die Jünger  immer noch da, hat er mit ihnen gegessen, gefeiert, sein Herz geteilt… Früher dachte ich immer naja, das war halt die damalige jüdische Kultur, heute ist es halt ganz anders.
Doch in den letzten 1-2 Jahren wurde mir immer mehr bewusst, dass uns Jesus hier nicht eine veraltete Tradition vorlebt, sondern eine lebensbringende Reich-Gottes-Kultur. Wir sind geschaffen zur Gemeinschaft. Gott selbst ist ja in sich schon durch die Dreieinigkeit Gemeinschaft.
Wir sind auch nicht für uns geschaffen, sondern für die Gemeinschaft. Gott ist Liebe und ohne Gegenüber macht die gar keinen Sinn. Kann es also sein, dass es für uns, die wir in einer sehr individualistischen Kultur leben, noch einen grossen Schatz zu entdecken gibt – den Schatz der Gemeinschaft?
Schon zum dritten Mal werden wir in meiner Community während der community week jeden Abend zusammen Znacht essen. Jeder öffnet einmal sein Haus für die andern. Stress pur? Nein, überhaupt nicht. Mein Eindruck ist, dass wir uns jedes Mal mehr darauf freuen. Was ist anders, als noch vor ein paar Jahren? Wir haben nicht mehr „Gäste“ sondern Freunde, die vorbeikommen. Das heisst kein aufwändiges 5 Gänge Menu, keine auf Hochglanz polierte Wohnung und 3 Tage Planung… sondern es gibt was es hat oder was man ganz unkompliziert machen kann. Kein Programm, sondern normaler Alltag.
Das Rezept ist einfach und doch hat mir das ganze bis zur meiner Taufe und Freisetzung nicht so richtig gemundet. Doch jetzt habe ich gelernt meine Maske abzulegen. Ich brauche keine Schutzmauer, kein Verstecken mehr, sondern darf im Licht leben und bin angenommen von Gott und meinen Geschwistern.
So kann ich kommen und mich erst mal ohne zu Reden auf dem Sofa ausruhen, kann mich einfach bedienen, wenn ich Durst habe, kann Freude und Leid mit den andern teilen. Das ist sehr befreiend und zum Teil auch heilsam. Ich habe aber auch erlebt, dass es mehr gibt als Gemeinschaft, die der Seele gut tut. Gemeinschaft im Geist – das sieht dann zum Beispiel so aus, dass jemand während des Essens von einer schwierigen Situation berichtet und wir fangen zwischen zwei Bissen einfach an zu beten und zu proklamieren.
Jemand lässt einfach mal seinen Frust und seine Enttäuschung raus und wird dann nicht nur getröstet und findet Verständnis, sondern ihm wird gleichzeitig liebevoll aber bestimmt der Spiegel vorgehalten. Wir fragen uns: „Was sagt eigentlich Gott/sein Wort dazu?“ Gott überführt durch die Geschwister und zeigt Lösungen auf. Manchmal gibt er so den Ball einfach an die Person zurück. Häufig fordert er  uns als Gemeinschaft aber auch auf, ganz praktisch oder finanziell zu helfen oder im Gebet füreinander einzustehen. Hilfe wird freigesetzt, weil Gott auf unsere Herzen zugreifen kann.
Auch wenn wir uns über einen längeren Zeitraum nicht gesehen haben können Gespräche ganz schnell in die Tiefe gehen. Wir haben einen Gebets-Chat gestartet in dem wir uns bei „Notfällen“ oder auch über einen längeren Zeitraum im Gebet unterstützen können. Es ist so einfach und löst in mir so viel Freude aus. Ich glaube, wir sind dabei einen grossen Schatz zu heben, der je mehr man gräbt immer kostbarer wird.
Die community week ist eine super Möglichkeit den ersten Spatenstich zu machen oder weiter und tiefer zu graben. Lasst uns den Schatz heben er wird uns unendlich reich machen.
Herzlich Anette

Kommentar schreiben


© 2019 city church Zürich | Impressum | Datenschutz