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Ostern – drei Feste in einem! Entdecke den Zusammenhang vom AT und NT

Bald feiern wir Ostern. Hast du gewusst, dass wir eigentlich gleich drei Feste feiern? Als junge Sonntagschullehrerin erzählte ich am Ostermorgen mit Begeisterung die Auferstehungsgeschichte. Dann haben wir zuhause unseren Kindern Ostereier versteckt und Schokoladehasen geschenkt. Das passte ohne Probleme zusammen. Es wäre uns nicht im Traum in den Sinn gekommen, dass diese Bräuche mit dem biblischen Oster Fest nichts zu tun haben, ja sogar Symbole von Fruchtbarkeitsgötzen sind, wie zum Beispiel der „Ostara“, von welcher auch unser Wort Ostern abgeleitet ist.
In den letzten Jahren nun nahm Gott mich mit auf eine unglaublich spannende und Sicht verändernde Entdeckungsreise: Anstelle christlicher Bräuche auf heidnischem Fundament öffnete Er mir die Augen für den „Fest-Zyklus“, den Er Seinem jüdischen Volk gegeben hat.
Dieses Jahr fallen diese Feste mit den christlichen Feiertagen genau zusammen! Am Karfreitagabend ist Pessach, am Karsamstag der erste Tag des Festes der ungesäuerten Brote und am Auferstehungstag das Fest der Erstlingsfrüchte.
Die sieben Feste sind im Alten Testament beschrieben und werden zum Teil schon seit 3500 Jahren gefeiert! Gleichzeitig ist ihr Inhalt topp aktuell für unsere Zeit, denn sie veranschaulichen das gesamte Erlösungswerk von Jesus! – Das ist einfach unbeschreiblich. Überzeuge dich selbst…

 Das 1. Fest: PASSAH, entspricht unserem Karfreitag

 Passah im Alten Testament
Das Volk der Israeliten lebte schon seit 430 Jahren in Ägypten und war gross und stark geworden. Das gefiel den ägyptischen Königen gar nicht und sie begannen es grausam zu unterdrücken. Da berief Gott Mose als ihren Führer und schickte Plagen über Ägypten, um das Herz des Pharao zu erweichen, damit er die Israeliten ziehen lasse. Doch immer wieder weigerte er sich. So entschloss sich Gott zur zehnten und letzten Plage, bei der Er alle Erstgeburt von Mensch und Tier töten und an allen Göttern Ägyptens ein Strafgericht vollziehen wollte, um Israel aus der Sklaverei zu befreien  (2. Mo. 11).  Um Sein Volk vor diesem Gericht zu schützen, gab Er ihnen genaue Anweisungen. Wenn sie diese im Glauben befolgen, werden sie gerettet werden. Er wird an ihren Häusern vorbeigehen, denn der Name „Passah“ heisst vorübergehen. (Der Begriff wird sowohl für das Fest wie auch für das Lamm verwendet.)
Und dies waren Gottes Bedingungen: Am zehnten Tag des Monats Nissan mussten sie ein einjähriges, männliches Lamm ins Haus nehmen – ein Lamm ohne jeden Fehler –  und am vierzehnten musste es geschlachtet werden. In dieser Zeit wurde es vom x-beliebigen Lamm in der Herde zu ihrem ganz persönlichen Lamm. Sein Blut sollten sie als Zeichen des Glaubens an die beiden Türpfosten und die Oberschwelle streichen an den Häusern, in denen sie es essen. Drei symbolische Speisen mussten sie in dieser Nacht essen: das Lamm, ungesäuertes Brot und bittere Kräuter. In dieser Nacht des Gerichts an Ägypten wurden sie durch das Blut an ihren Häusern gerettet. Gott sagte: „Wenn ich das Blut sehe, dann werde ich an euch vorübergehen…“   (2. Mo. 12)
In Erinnerung an diese gewaltige Befreiung feierte das Volk Israel das erste Passahfest bereits ein Jahr danach in der Wüste. Auch heute ist das Passahfest das weltweit am meisten gefeierte Fest der Juden. Sie feiern es in der Familie ganz festlich nach einem bestimmten Ablauf („Seder“= Ordnung). In vielen Elementen sind darin versteckt Hinweise auf ihren Messias enthalten.

Im Neuen Testament
Auch Jesus als Jude feierte mit Seinen Jüngern im Obergemach in Jerusalem das Passahmahl. Bei dieser Gelegenheit setzte Er mit „dem „Kelch nach dem Mahle“ das Abendmahl, den neuen Bund in Seinem Blut, ein. (1. Kor. 11,25) Mit diesem Kelch nach dem Mahle ist beim Ablauf der Seder Feier der dritte Becher Wein gemeint, der nach dem Essen getrunken wird und „Becher der Erlösung“ heisst!  (2. Mo. 6, 6-7)  Dann, am genau gleichen Tag (am 14. Nissan), zur gleichen Zeit als 1500 Jahre früher in Ägypten die Passah-Lämmer geschlachtet wurden, starb Jesus am Kreuz. Er erfüllte alle Bedingungen, die Gott im Alten Testament an das Passah-Lamm stellte:

  • Ein fehlerloses Lamm (2. Mo. 12,5/ Hebr. 7,26)
  • Kein Bein durfte ihm gebrochen werden (2. Mo. 12,46/ Joh. 19,33)
  • Das Blut des Lammes musste an die Türpfosten gestrichen werden. Nur so bewahrte es die Israeliten vor Gottes Gericht (2. Mo. 12,13) und genauso bewahrt uns heute das Blut Jesu vor Gottes Zorn und Gericht und erwirkt Vergebung und Erlösung. (Matth. 26,28; Eph. 1,7; Off. 5,9b)

So wurde Jesus Christus zu deinem und meinem Passah-Lamm.  (1. Kor. 5,7)

Das 2. Fest: DAS FEST DER UNGESÄUERTEN BROTE – Symbol der Zeit zwischen Tod und Auferstehung Jesu

 Altes Testament
Gottes Gebot war, in der Nacht des Gerichts in Ägypten ungesäuertes Brot zu essen. Und auch beim Auszug, der in grosser Eile vor sich ging, nahmen sie ihren Brotteig ungesäuert mit. Die Anweisungen, die Gott später für dieses Fest gibt, das gerade anschliessend an die Passah Nacht beginnt und sieben Tage dauert, zeugen von tiefem Ernst: Im Tempel werden spezielle Opfer gebracht, am ersten und siebten Tag des Festes ist jegliche Arbeit verboten (3. Mo. 23, 7-8) und sieben Tage lang soll bei Todesstrafe nichts Gesäuertes bei ihnen gefunden werden. (2. Mo. 12,19)Deshalb putzen, fegen und waschen auch heute noch gesetzestreue Juden das ganze Haus, Pfannen, Geschirr und Kleider, damit ja keine Brotkrümel, die Sauerteig enthalten, gefunden werden können. Der Vater begibt sich mit den begeisterten Kindern auf die Suche nach welchen, die dann im Hof verbrannt werden.
Warum aber ist Gott mit Hinweisen auf dieses Fest und vor allem mit Gesäuertem so streng?
Neues Testament
In der Bibel ist Sauerteig ein Bild für die Sünde. Jesus war aber ein reines Opfer, ohne Sünde, und deshalb frei von jeglichem „Sauerteig“. Er starb nicht wegen Seinen eigenen Übertretungen, sondern für unsere Schuld. Deshalb erlebte sein Leib im Grab auch keine Verwesung (= wie Säuerungsprozess mit Bakterien). Nur als dieses sündlose, sauerteigfreie Opfer konnte Gott Ihn am dritten Tag auferwecken.

Das 3. Fest: DIE AUFERSTEHUNG – oder das Fest der Erstlingsfrüchte

Altes Testament
Dieses Fest ist verknüpft mit dem Beginn der Getreideernte in Israel. Es wurde eine Garbe Gerste geerntet und als Dankopfer für die gesamte nachfolgende Ernte in den Tempel gebracht. Bevor nicht dem HERRN die Erstlingsfrüchte geopfert waren, war dem Volk verboten, von der neuen Ernte zu nehmen (3. Mo. 23, 9-14). Es galt als Raub an Gott (Mal. 3,8) (Die Bibel spricht im Alten wie im Neuen Testament an verschiedenen Stellen über die ersten Dinge oder Erstlinge.)
 Die Erfüllung des Festes im Neuen Testament:
Genau am Tag des Festes der Erstlingsfrüchte ist Jesus als „Erstling“ aus den Toten auferstanden!  „Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen“.  (1. Kor. 15,20) „Jesus Christus, der treue Zeuge, der Erstgeborene der Toten…“  (Off. 5,1)
Diese drei Feste symbolisieren zusammen das Ostergeschehen im Neuen Testament. Alle drei Feste sind durch Jesus Christus erfüllt!

  • Jesus ist das Passah-Lamm, das zu unserer Erlösung geschlachtet wurde.
  • Er ist das sündlose Opfer – ohne Sauerteig.
  • Er wurde am dritten Tag als Erstlingsfrucht der Auferstehung aus den Toten auferweckt.

Was bedeutet das alles für mich persönlich

Es berührt mich, in den Festen ganz besonders Gottes Herz nach Gemeinschaft mit uns zu spüren; und es erfüllt mich mit Ehrfurcht, in diesen „Festen des HERRN“ (3. Mo. 23,1) über Jahrtausende die Entfaltung Seines Heilsplans von den Anfängen bis zur Vollendung zu sehen. Es macht mich traurig, dass sich die Kirche im Konzil von Nicäa 325 n. Chr. bewusst von allem Jüdischen ist abgetrennt hat, um jede Erinnerung an die jüdischen Wurzeln unseres Glaubens auszutilgen. Auch die von Gott festgesetzten Termine für diese Feste wurden auf andere – von der Kirche festgesetzte Daten – verschoben. Deshalb sind die christlichen Feiertage meist an einem anderen Datum als die jüdischen Feste. Dieses Jahr jedoch fallen sie genau zusammen!

 Wie feiere ich die Feste?
Es gibt keine „Anleitung“ dazu. Jesus hat uns ganz frei gemacht! Wenn wir sie feiern möchten, dürfen wir selber einen Weg suchen, der für uns stimmt. Wir haben Pessach schon als Familie mit unseren Kindern gefeiert, wir haben als Ehepaar ein befreundetes Ehepaar eingeladen, um ihnen während des Essens die Symbole zu erklären, die auf die Befreiung vom alten Leben (Ägypten) und Erlösung in Jesus hindeuten, wir haben schon einmal als ganze Gemeinde gefeiert… es sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Das Fest der ungesäuerten Brote ist für mich persönlich eine Zeit der Prüfung im Licht Gottes. Ich möchte von ganzem Herzen ein „neuer Teig“ sein! Paulus fragt die Korinther: „Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?“ und fordert sie auf, „den alten Sauerteig in ihrem Leben auszufegen und ein neuer Teig zu sein.“ (1. Kor. 5, 6-7) Wenn immer es möglich ist, feiern wir die Feste an ihrem von Gott festgesetzten Datum. Nicht um gesetzlich zu sein, sondern als prophetisches Bekenntnis. Wir glauben, dass Gott wieder zusammenfügen möchte, was vor Jahrhunderten auseinandergerissen wurde.
Vom Fest der Erstlingsfrüchte werden 50 Tage gezählt bis zum nächsten Fest.
Also bis bald…

Ursi Schönenberger, Leiterin Team Fürbitte Ebenezer, Link: www.operation-exodus.org, schreibt regelmässig für den city church blog zum Thema „Jüdische Feste“

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Kommentare ( 12)

  1. Antworten
    Susanne Wespi sagt

    Der Bericht über die jüdischen Feste ist genial! Er öffnet unsere Augen für das gesammte Bild des Osterfestes mit den Zusammenhängen vom alten und neuen Testament.
    Merci viel mal Ursi 🙂

  2. Antworten
    Giacomo sagt

    Das hat mich schon seit einiger Zeit beschäftigt.
    Für mich ist dieses Jahr nun Zeit diese Feste für den HERRN zu feiern.
    Das ist für mich eine zusätzliche Motivation, dass die christlichen und die jüdischen Feste gleichzeitig fallen. Ich glaube das ist u.a. ein Weg, welcher uns wieder mit unseren leiben Brüder den Juden zusammenbringt und das gefällt unserem GOTT 🙂

  3. Antworten
    Thomas Mäder sagt

    Eine wunderbare Betrachtungsweise ist das! Bravo!
    Und: Praise the Lord!

  4. Antworten
    Esther sagt

    Sehr interessant und hilfreich! Da ich gerade am Vorbereiten eines Teachings ueber die kommenden Feste bin, schaetze ich diesen Blog doppelt! 🙂
    Merci, Ursi!

  5. Antworten
    Barbara sagt

    Bin froh, dass du schreibst, dass es keine Anleitung dafür gibt, ob und wie man die Feste feiern soll, und dass es uns frei überlassen ist, ob wir sie feiern! Denn ich stelle fest, dass einige Christen, welche sich mit den Festen aus dem Alten Testament beschäftigen, wieder „rückfällig“ werden. Damit meine ich, dass sie versuchen, diese Feste als Gebot/Gesetz zu halten. Doch alle diese Feste sind in Christus erfüllt und wir wissen, dass wir in Christus sind. Durch SEIN Werk des Todes und Auferstehung ist ALLES für uns VOLLBRACHT! Wir sind nicht fähig, irgendwelche Gebote und Gesetze zu Halten! Das können wir nur, durch den Heiligen Geist in uns! Also müssen wir kein Fest halten, um vor Gott gerecht und heilig zu sein, oder ihm zu gefallen! Wir sind durch das Opfer von Jesus GERECHT+HEILIG+ VOLLKOMMEN+VERGEBEN+GEHEILT+VERSOEHNT+FREI vom Gesetz!

  6. Antworten
    hanna sagt

    Wir haben als Familie am Gründonnerstag an einer messianischen Seder-Feier teilgenommen. Es hat uns tief berührt, wie Jesus die jüdische Seder-Ordnung übernommen hat und ihr doch ein neues Gesicht gegeben hat: Die Einsetzung des Abendmahls. Und doch hatten wir einige Fragen danach – einige sind beantwortet durch diesen Artikel. Herzlichen Dank!

  7. Antworten
    Sibylle Kaiser sagt

    Am verrgngenen Gründonnerstag durfte ich an einem Sederabend teilnehmen. Das ist der Auftakt zum Pessachfest. Mit zu erleben, welchen Reichtum unser Gott dem jüdischen Volk geschenkt hat und welchen Hoffnung Er ihnen durch alle Jahrhunderrte gegeben hat ist einfach wunderbar. Wir sind wirklich reich gesegnet durch das jüdische Volk! Sei auch du gesegnet im Namen unseres Herrn Jeshua Hamashiach, Jesus Christus, Amen!

  8. Antworten
    Joël sagt

    Guten Tag ich bin per Zufall auf ihre Seite gestossen, feiern sie in ihrer Gemeinde offiziell die Feste des Herrn? Oder feiert ihr diese nur nebenbei oder an den Daten der Heidenfeste (Ostern) ? Oder habt ihr euch bereits von all dem Heidnischen Zeug wie Weihnachten, Ostern und so getrennt?
    Würde mich freuen wenn es mehr Messianisch Gläubige geben würde die sich zu den Festen des Herrn kehren….

    • Antworten
      Hansjörg Stadelmann sagt

      Guten Tag
      Danke für ihre Frage. Wir feiern keine Weihnachten, wie auch unsere online Hörer bestimmt wissen : ). Die Feste des Herrn feiern wir nicht offiziell.
      Glory! HJ

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